Blende

Vielleicht ist dir beim Fotografieren schon mal aufgefallen, dass manche Bilder einen schön verschwommenen Hintergrund haben, während bei anderen alles von vorne bis hinten scharf ist. Der Grund dafür liegt oft in der Blende, einem kleinen, aber ziemlich entscheidenden Teil deiner Kamera.

Was ist die Blendenzahl (f/…)?

Die Blende ist eine Öffnung im Objektiv. Durch diese Öffnung fällt Licht in die Kamera. Wie weit sie geöffnet ist, bestimmst du über die sogenannte Blendenzahl. Je kleiner diese Zahl ist, desto weiter ist die Blende geöffnet. Dann kommt viel Licht durch. Je grösser die Zahl ist, desto kleiner ist die Öffnung. Dann kommt weniger Licht rein.
Das wirkt erstmal ein bisschen verdreht. Aber wenn du dir merkst, dass eine kleine Zahl für eine grosse Öffnung steht, hast du schon den wichtigsten Teil verstanden. Ein Wert wie f/2 bedeutet eine sehr offene Blende. Ein Wert wie f/11 ist schon recht geschlossen. Du kannst das ganz leicht ausprobieren, indem du einfach mal verschiedene Blenden einstellst und schaust, wie sich das Bild verändert. [1]

Blendenöffnungen von f/2.8 bis f/22: Je kleiner die Blendenzahl (f-Stop) ist, desto weiter ist die Blende geöffnet.

Offene vs. geschlossene Blende

Mit einer offenen Blende wird dein Bild heller, weil viel Licht auf den Sensor trifft. Gleichzeitig bekommst du diesen schönen verschwommenen Hintergrund, den du bestimmt aus Porträts kennst. Dein Motiv ist scharf, alles drumherum wirkt weich und ruhig.
Ist die Blende mehr geschlossen, wird dein Bild insgesamt dunkler. Dafür ist dann aber auch mehr im Bild scharf. Das ist praktisch, wenn du eine Landschaft aufnimmst oder eine Szene, bei der Vordergrund und Hintergrund klar erkennbar sein sollen. [2] [3]

Landschaft: Durch eine eher geschlossene Blende bleibt alles scharf.
f/6.3 | 1/125 sek | ISO 100 | 105 mm
Sony a7 IV | Sigma 105/2.8 DG DN Macro Art

Porträt: Durch eine weit geöffnete Blende wird der Hintergrund unscharf.
f/2.8 | 1/5000 sek | ISO 100 | 105 mm
Sony a7 IV | Sigma 105/2.8 DG DN Macro Art

Wie die Blende die Schärfentiefe beeinflusst

Je weiter die Blende geöffnet ist, desto kleiner ist der Bereich im Bild, der wirklich scharf erscheint. Das nennt man Schärfentiefe. Wenn du zum Beispiel mit einer Blende von f/2 fotografierst, wird nur ein ganz kleiner Teil scharf sein, meistens genau dort, wo du fokussierst. Der Rest verschwimmt sanft in Unschärfe. Das kann sehr stimmungsvoll wirken, vor allem bei Menschen oder Details.
Schliesst du die Blende, also fotografierst du mit Werten wie f/8 oder f/11, dann wird der Bereich, der scharf ist, grösser. So bekommst du ein Bild, das von vorne bis hinten klar ist. Ideal, wenn du viele Details zeigen willst oder mit Weitwinkel arbeitest. [2] [3]

Ein direkter Vergleich einer Blume, fotografiert mit den Blendenöffnungen f/2.8 (links), f/9.0 (Mitte) und f/22 (rechts).

Blende f/2.8: geringe Schärfentiefe → der Hintergrund ist unscharf
f/2.8 | 1/100 sek | ISO 100 | 105 mm
Sony a7 IV | Sigma 105/2.8 DG DN Macro Art

Blende f/9.0: grössere Schärfentiefe → der Hintergrund wirkt schärfer
f/9.0 | 1/10 sek | ISO 100 | 105 mm
Sony a7 IV | Sigma 105/2.8 DG DN Macro Art

Blende f/22: sehr grosse Schärfentiefe → der Hintergrund ist noch etwas schärfer.
f/22 | 0.6 sek | ISO 100 | 105 mm
Sony a7 IV | Sigma 105/2.8 DG DN Macro Art

Unterschiede zwischen kurzen und langen Brennweiten

Bei einer langen Brennweite, zum Beispiel 200 Millimeter, verschwimmt der Hintergrund stark und die Schärfentiefe wirkt sehr gering. Selbst mit einer geschlossenen Blende bleibt nur ein kleiner Bereich wirklich scharf. Bei einer kurzen Brennweite, etwa 24 Millimeter, ist es genau umgekehrt: Auch mit offener Blende bleibt viel vom Bild scharf und der Hintergrund wird nur leicht unscharf.
Das kannst du dir leicht selbst verdeutlichen. Fotografiere dasselbe Motiv einmal mit kurzer und einmal mit langer Brennweite – am besten bei gleicher Blende. Vergleiche die Aufnahmen und achte darauf, wie sich der Hintergrund verändert und wie viel vom Motiv scharf bleibt. [2] [3]

Bei 28 Millimetern verschwimmt der Hintergrund bei Blende f/8.0 nur leicht.
f/8.0 | 1/400 sek | ISO 4000 | 28 mm
Sony a7 IV | Tamron AF 28-200mm f/2.8-5.6 Di III RXD

Bei 600 Millimetern verschwimmt der Hintergrund bei Blende f/8.0 stark.
f/8.0 | 1/1600 sek | ISO 1000 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

Weiterführende Ressourcen

Apalapse. (2017, March 22). Camera Basics – Aperture [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=YojL7UQTVhc

Quellen

  1. Wofür steht das F bei der Blende? (2020, September 13). https://ivent.de/F-Blenden
  2. Thomas. (2021, May 10). Die Blende in der Fotografie verständlich erklärt. Richtig Fotografiert. https://www.richtig-fotografiert.de/technische-grundlagen-der-fotografie/blende/
  3. Tommi, H. (2025b, May 26). Wie funktioniert das mit Blende, Brennweite und Schärfentiefe? Jansens Potthttps://www.jansens-pott.de/blende-brennweite-schaerfentiefe/

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