Technik & Ausrüstung

Wenn du mit dem Fotografieren beginnst, kann die ganze Technik am Anfang etwas überwältigend wirken. Aber keine Sorge, du musst nicht alles auf einmal verstehen oder besitzen, um schöne Bilder zu machen. Es hilft, die wichtigsten Grundlagen Schritt für Schritt kennenzulernen und dir dann die Ausrüstung zu suchen, die zu dir passt.

Welche Kamera passt zu dir

Ich fotografiere oft mit meiner Vollformatkamera. Sie liefert eine starke Bildqualität, besonders bei wenig Licht. Dadurch kann ich kleine Details zeigen und habe mehr Spielraum beim Bearbeiten. Aber ich arbeite nicht ausschliesslich damit. Gerade unterwegs greife ich oft zum Handy. Weil es schnell geht, weil es leicht ist und weil ich viele Momente sonst gar nicht einfangen würde. Die Kameras in heutigen Handys sind richtig gut. Bei Tageslicht und für spontane Bilder reicht das oft völlig aus.
Wenn du mehr Kontrolle willst als mit dem Handy, ist eine Kompaktkamera oder Bridgekamera ein guter nächster Schritt. Sie sind leicht, einfach zu bedienen und bieten mehr Zoom und Einstellungsmöglichkeiten. Für viele Situationen reicht das vollkommen.
Wenn du dich tiefer mit Fotografie beschäftigen willst, kommen Systemkameras und Spiegelreflexkameras ins Spiel. Beide funktionieren mit Wechselobjektiven. Du kannst damit gezielter arbeiten und dich kreativ entfalten. Spiegelreflexkameras sind robust, haben einen optischen Sucher und werden immer noch gern genutzt. Sie sind aber schwerer und technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Viele steigen heute deshalb direkt bei spiegellosen Systemkameras ein. Sie sind kleiner, leichter und der Autofokus ist schneller.
Entscheidend ist auch der Sensor. Ein APS-C-Sensor ist physisch kleiner als ein Vollformatsensor und für fast alles völlig ausreichend. Vollformat geht noch weiter. Du bekommst mehr Details, bessere Bilder bei schlechtem Licht und mehr Tiefe in deinen Aufnahmen. Dafür sind die Kameras und Objektive auch teurer. [1]

Hier seht ihr alle meine Kameras. Die Fotos sind übrigens mit meinem iPhone entstanden, ein Gerät, das heute aus meiner Ausrüstung nicht mehr wegzudenken ist. Wenn du mehr über meine Ausrüstung erfahren möchtest, klicke hier.

Meine aktuelle Vollformatkamera ist die Sony a7 IV, die ich für beinahe alles einsetze, unter anderem auch für die Wildtierfotografie.

Bevor ich zu einer Vollformatkamera gewechselt bin, fotografierte ich im Kindesalter lange Zeit mit der Kompaktkamera Sony DSC-H300. Sie ist deutlich günstiger und ideal für Einsteiger.

Meine allererste Kamera war die Nikon COOLPIX S33, mit der ich bereits im Alter von zehn Jahren unzählige Fotos auf Reisen und in unserem Garten gemacht habe.

Kameramodi P, A, S und M

Deine Kamera bietet verschiedene Aufnahmemodi, deren Abkürzungen am Anfang oft verwirrend wirken können. Sie stehen für unterschiedliche Einstellungen, mit denen du selbst steuern kannst, wie das Foto entsteht. Im Programm-Modus, kurz P, übernimmt die Kamera fast alles für dich, du kannst aber trotzdem einzelne Dinge anpassen. Der Blendenprioritätsmodus, A genannt, lässt dich die Blende einstellen, während die Kamera die Verschlusszeit übernimmt. Umgekehrt funktioniert es im Zeitprioritätsmodus, S, wo du die Verschlusszeit vorgibst und die Kamera die Blende anpasst. Im manuellen Modus, M, hast du die volle Kontrolle über Blende und Verschlusszeit, was dir viel Freiheit gibt, aber auch etwas Übung braucht. Für den Anfang ist es gut, die Modi auszuprobieren und langsam mehr selbst zu bestimmen. [2]

Diese Übersicht soll dir helfen, die verschiedenen Kameramodi besser zu verstehen.

ModusKürzelWas du einstellstWas die Kamera übernimmtGeeignet für
ProgrammPISOBlende und BelichtungszeitSchnelle Aufnahmen ohne viel
Nachdenken
BlendenprioritätA (Av bei Canon)BlendeBelichtungszeitPorträts, Landschaften, wenn
Hintergrund unscharf oder scharf sein
soll
ZeitprioritätS (Tv bei Canon)VerschlusszeitBlendeBewegungen einfrieren oder Bewegungsunschärfe zeigen
ManuellMBlende und VerschlusszeitNichts, alles selbstKreative Kontrolle, schwierige
Lichtsituationen

RAW vs. JPEG

Vielleicht hast du schon mal gehört, dass manche Fotos im RAW-Format aufgenommen werden sollten und andere im JPEG. RAW ist eine Art “Rohdatei”, die viel mehr Bildinformationen speichert als JPEG. Das bedeutet, du hast später beim Bearbeiten mehr Spielraum, zum Beispiel beim Anpassen von Helligkeit oder Farben. JPEG dagegen ist direkt eine fertig verarbeitete Datei, die kleiner ist und sich schnell speichern lässt. Für den Anfang reicht JPEG oft aus, weil die Dateien weniger Speicherplatz brauchen und du sofort Ergebnisse sehen kannst. Wenn du dich aber intensiver mit der Nachbearbeitung beschäftigen möchtest, lohnt es sich, RAW auszuprobieren. So kannst du deine Fotos später besser verbessern, ohne dass die Qualität darunter leidet. [3]

MerkmalRAW-DateiJPEG-Datei
Dateigrössesehr grossklein
Bildinformationenviele Details, hoher Dynamikumfangstark komprimiert, weniger Details
Nachbearbeitunggrosser Spielraumnur eingeschränkt möglich
Speicherbedarfbenötigt viel Platzbenötigt wenig Platz
Verarbeitungmuss entwickelt werdensofort nutzbar
Geeignet fürprofessionelle Bearbeitung, Flexibilitätschnelle Ergebnisse, Einsteiger

Objektive & Brennweiten

Das Objektiv ist das “Auge” deiner Kamera. Es bestimmt, wie dein Bild aussieht und was du überhaupt aufnehmen kannst. Es gibt viele verschiedene Objektivarten, die alle ihre eigenen Stärken haben. Die Brennweite beschreibt dabei, wie weit du mit dem Objektiv “sehen” kannst.
Weitwinkelobjektive nehmen viel von der Umgebung auf. Sie sind ideal, wenn du Landschaften fotografieren willst oder in engen Räumen arbeitest. Teleobjektive holen entfernte Motive näher heran. Ich nutze sie zum Beispiel gern bei Tieren, wenn ich nicht zu nah ran kann. Dazwischen liegen die sogenannten Standardobjektive, die sich für viele Situationen eignen. Sie zeigen Motive so, wie wir sie mit dem blossen Auge wahrnehmen, und sind deshalb sehr vielseitig.
Ein weiterer Unterschied liegt darin, ob ein Objektiv zoomen kann oder nicht. Zoomobjektive decken mehrere Brennweiten ab. Du kannst damit flexibel zwischen nah und fern wechseln, ohne das Objektiv zu wechseln. Das ist vor allem unterwegs praktisch. Festbrennweiten dagegen haben nur eine feste Brennweite. Du kannst also nicht zoomen, musst dich also bewegen, um den Bildausschnitt zu verändern. Dafür sind sie meist lichtstärker und liefern eine besonders gute Bildqualität. Ich arbeite gern mit beiden Varianten, je nach Situation. Für den Einstieg reicht aber ein gutes Standardzoom völlig aus. So bekommst du ein Gefühl für verschiedene Blickwinkel und kannst in Ruhe herausfinden, was dir am meisten liegt. [4]

Mein absolutes Lieblingsobjektiv ist das Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS. Ich nutze es hauptsächlich für die Wildtierfotografie, gelegentlich gelingen mir damit aber auch beeindruckende Landschaftsaufnahmen.

Nützliches Zubehör

Neben Kamera und Objektiv gibt es noch weiteres Zubehör, das dir das Fotografieren erleichtern kann. Ein Stativ sorgt zum Beispiel für Stabilität, gerade wenn du mit längeren Verschlusszeiten arbeitest oder in der Dämmerung fotografierst. Eine Fernbedienung oder ein Selbstauslöser helfen dir, Verwacklungen zu vermeiden. Für den Schutz deiner Ausrüstung sind Kamerataschen oder Regenschutz sinnvoll. Aber denk daran, Zubehör ist kein Muss, sondern eher eine Hilfe, die du nach und nach entdecken kannst. Wichtig ist, dass du dich mit dem, was du hast, wohlfühlst und Spass am Fotografieren hast. [32]

In der Fotografie ist das Stativ vielleicht das wichtigste Zubehör – sei es für Filmaufnahmen, Nachtfotografie oder Makroaufnahmen. Ein Stativ stabilisiert die Kamera und sorgt für scharfe Bilder. Auf dem Foto ist das Sirui Compact XS Carbon zu sehen.

Der Schutz meiner Ausrüstung ist mir besonders wichtig, vor allem bei teuren Objektiven wie dem Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS. Deshalb habe ich mir den LensCoat-Objektivschutz gekauft, der zumindest vor Kratzern und Schmutz schützen soll.

Gerade in der Makrofotografie kann Wind beim Fotografieren zu Schwierigkeiten führen, weil die Motive sehr klein sind und schon kleinste Verwackelungen das Bild ruinieren können. Aus diesem Grund benutze ich den Haltearm Wimberley PP-200 Plamp II, mit dem ich die Motive optimal stabilisieren kann.

Weiterführende Ressourcen

Cody Mitchell. (2024b, December 19). 9 years of camera setting knowledge in 29 minutes [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=vu5ohljtB-A

Jason Vong. (2023, December 28). Most PROS use this Camera Mode 98.7% of the Time! [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=kk8g0ZW2Z-Q

David Manning. (2020, November 24). RAW vs JPEG – Why it MATTERS! [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=991_VEkVfJQ

Apalapse. (2017b, May 1). Camera Basics – Focal length [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=4CoEsqePADw

Quellen

  1. Glatte, J. (2025, January 8). Kamera-Kaufberatung 2025: Welche Kamera soll ich kaufen? Lichter Der Welt. https://lichterderwelt.de/kamera-kaufberatung/
  2. Nadine. (2022b, June 5). 4 Kamera Modi – Kamera richtig einstellen für jede Situation. Fotoblog – Fotografie Tipps und Tutorialshttps://www.pixolum.com/blog/fotografie/kamera-modi-einstellen
  3. JPEG vs. RAW | Adobe. (n.d.). https://www.adobe.com/ch_de/creativecloud/file-types/image/comparison/jpeg-vs-raw.html
  4. Was ist die Brennweite in der Fotografie? | Adobe. (n.d.). https://www.adobe.com/ch_de/creativecloud/photography/discover/focal-length.html
  5. Klein-Ridder, J. (2024, June 5). Fotozubehör: 22 hilfreiche Utensilien für die Fotografie. 22places. https://www.22places.de/fotozubehoer/

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