Im Reich des Eisvogels

Die Vorfreude schien kaum zu bremsen, als sich am 21. Juni 2025 acht Fotografen vor dem Centre La Sauge in Cudrefin zum beliebten NFS-Event Im Reich des Eisvogels versammelten. 
Zu Beginn wurden wir von Hansruedi Weyrich, dem Leiter des Events, herzlich willkommen geheissen und erhielten wertvolle Tipps zu Kameraeinstellungen und -techniken. Nach dieser lehrreichen Einführung begaben wir uns in die für uns reservierte Hide.

Blick aus der Hide.

Zu unserem Erstaunen sass der Eisvogel bereits dort – als hätte er auf uns gewartet. Eilig kramten wir unsere Kameras aus den Rucksäcken, setzten uns auf die hölzernen Bänke und begannen voller Freude, den Eisvogel durch den Schlitz zu fotografieren. Er hätte nach wenigen Sekunden wieder verschwinden können, doch dem war nicht so. Nur ein einziges Mal schien er wegzufliegen – bis wir realisierten, dass er lediglich auf einen benachbarten Ast gewechselt war. So konnten wir den Eisvogel in seiner wunderschönen Pracht nun auch vor einem natürlichen Hintergrund bestaunen.

Eisvogel (Alcedo atthis) (Männchen) // 1/1600 sec | f/6.3 | ISO 4000 | 600 mm

Die besten Fotos entstanden jedoch, als er sich in einem Laubbaum direkt vor der Hide niederliess. Zwar wurde er durch den Wind immer wieder von ein paar Blättern verdeckt, doch mit dem richtigen Blickwinkel gelangen uns einzigartige Porträtaufnahmen mit erfrischend grünem Bokeh. Schliesslich entschied sich der Eisvogel, uns zu verlassen, und flog über das Dach der Hide hinweg. Für uns war dies der Moment, uns den anderen Vogelarten im Naturreservat zu widmen. Wir besuchten zwei weitere Hides an einem grösseren See.

Vogelbeobachtung aus der Hide am grossen See.

Graugans (Anser anser) // 1/1250 sec | f/6.3 | ISO 800 | 600 mm

Der Blick aus beiden Hütten bot uns eine herrliche Aussicht auf die Landschaft Neuenburgs und die vielen Vögel, die sich hier versammelten – mehrheitlich Graugänse und Stare, aber auch Bachstelzen, die sich gelegentlich auf nahegelegene Äste setzten.

Grosser Brachvogel (Numenius arquata) // 1/2000 sec | f/6.3 | ISO 1000 | 600 mm

Eine seltenere Art, die wir an diesem Morgen beobachten konnten, war der Grosse Brachvogel. Ganz unscheinbar flog eine ganze Gruppe dieser Vögel zum See, kreiste eine Weile vor unserer Hide und landete schliesslich im hohen Gras auf der gegenüberliegenden Seite.

Einer der zahlreichen Frösche an diesem Morgen.

Zufrieden über die zahlreichen Beobachtungen machten wir uns langsam auf den Weg zum Restaurant Domaine de La Sauge, wo wir ein feines Mittagessen geniessen durften. Der Weg führte uns entlang mehrerer Teiche, an denen wir einige Libellenarten wie den Vierfleck oder den Blaupfeil sowie zahlreiche Wasserfrösche entdecken konnten.
Während des Mittagessens tauschten wir uns über unsere Erfahrungen in der Fotografie aus und sprachen auch kurz darüber, wie sich diese im Hinblick auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz künftig verändern könnte.

Graureiher (Ardea cinerea) // 1/800 sec | f/6.3 | ISO 2000 | 600 mm; 1/1000 sec | f/6.3 | ISO 2000 | 375 mm

Graureiher (Ardea cinerea) // 1/800 sec | f/6.3 | ISO 1600 | 530 mm; 1/1250 sec | f/6.3 | ISO 2500 | 600 mm

Graureiher (Ardea cinerea) // 1/1250 sec | f/6.3 | ISO 2500 | 480 mm; 1/1250 sec | f/6.3 | ISO 2000 | 600 mm

Graureiher (Ardea cinerea) // 1/1000 sec | f/6.3 | ISO 2000 | 600 mm; 1/1000 sec | f/6.3 | ISO 2000 | 445 mm

Nach der Pause kehrten wir zurück zu den Hides, wo wir gespannt auf ein weiteres Erscheinen des Eisvogels warteten. Diesmal liess er sich zunächst nicht blicken, doch wir blieben geduldig in der Hoffnung, dass er sich doch noch zeigen würde. In der Zwischenzeit konnten wir über längere Zeit hinweg einen Graureiher fotografieren, der für uns auf einem Ast posierte.

Das Wetter verschlechterte sich, und Donner zog auf.

Als wir schliesslich Donner hörten und das Wetter sich zunehmend verschlechterte, verloren viele von uns die Hoffnung, den Eisvogel noch einmal zu sehen. Es begann leicht zu regnen, und das Event neigte sich langsam dem Ende zu. Auch wenn sich der Eisvogel am Nachmittag nicht mehr zeigte, gingen wir alle zufrieden nach Hause. Was uns bleiben wird, sind die schönen Erinnerungen an den Eisvogel am Morgen, die vielfältigen Tierbeobachtungen und nicht zuletzt der wertvolle Austausch sowie das gegenseitige Lernen.

Ein herzlicher Dank geht an Hansruedi Weyrich, der diesen Event für uns möglich gemacht hat!

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