ISO
Blende und Verschlusszeit kennst du schon. Jetzt kommt noch ISO dazu. Damit steuerst du, wie lichtempfindlich deine Kamera ist. Gerade bei wenig Licht kann dir ISO helfen, bessere Fotos zu machen.
Was ist ISO?
ISO ist ein Begriff, der oft etwas kompliziert klingt, dabei ist die Idee dahinter ganz einfach. Du kannst dir ISO als die Empfindlichkeit deines Kamerasensors gegenüber Licht vorstellen. Je höher die ISO-Zahl, desto empfindlicher ist die Kamera. Das bedeutet, sie braucht weniger Licht, um ein Bild zu machen. Wenn du also zum Beispiel in einem dunklen Raum fotografierst oder abends unterwegs bist, kannst du die ISO erhöhen, damit das Foto trotzdem hell genug wird. Das ist praktisch, weil du so nicht immer mit einem Stativ arbeiten oder extrem lange belichten musst. [1]
Die folgenden Aufnahmen wurden alle mit einer Brennweite von 600 mm, einer Verschlusszeit von 1/1250 sek und einer Blende von f/6.3 aufgenommen. Der einzige Unterschied besteht jeweils im ISO-Wert. Die Bilder sind bereits nachbearbeitet, weshalb das fehlende Rauschen vernachlässigt werden kann.

tiefer ISO-Wert bei diffusem Licht mitten am Tag
f/6.3 | 1/1250 sek | ISO 200 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

moderater ISO-Wert früh morgens bei den ersten Sonnenstrahlen
f/6.3 | 1/1250 sek | ISO 800 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

relativ hoher ISO-Wert in der Morgendämmerung mit zusätzlichem dunklem Baumstamm (in der Nachbearbeitung aufgehellt)
f/6.3 | 1/1250 sek | ISO 5000 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS
Rauschen bei hoher ISO
Allerdings hat das Ganze einen kleinen Haken. Wenn die ISO zu hoch eingestellt ist, kann das Bild anfangen zu “rauschen”. Rauschen sieht aus wie ein feines, körniges Muster, das vor allem in dunklen Bereichen auffällt. Manchmal stört es sehr, manchmal passt es sogar zur Bildwirkung. Es hängt also auch davon ab, was du fotografierst und welchen Look du erreichen willst. Wichtig ist, dass du lernst, wann die ISO zu hoch wird und wann es noch okay ist. Meistens merkst du es schon beim Betrachten der Fotos auf dem Bildschirm deiner Kamera oder am Computer. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie viel Rauschen du akzeptieren kannst. [2]

ISO 100 unentrauscht und unbearbeitet – kein Rauschen erkennbar
f/6.3 | 1/400 sek | ISO 100 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

ISO 12800 unentrauscht und unbearbeitet – bei modernen Kameras erstaunlich wenig Rauschen
f/6.3 | 1/1250 sek | ISO 12800 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

Naher Bildausschnitt mittleres Bild bei ISO 12800 – Rauschen sichtbar
f/6.3 | 1/1250 sek | ISO 12800 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS
Allerdings musst du keine Angst vor Rauschen haben. In der Nachbearbeitung lässt sich viel davon reduzieren, besonders wenn du im RAW-Format fotografierst. Programme wie Lightroom oder ähnliche bieten Regler für die Rauschreduzierung, mit denen du das Bild glatter wirken lassen kannst, ohne zu viele Details zu verlieren. Manchmal bleibt ein bisschen Rauschen trotzdem sichtbar, aber das ist nicht schlimm. Oft fällt es im fertigen Bild kaum noch auf. So kannst du auch bei schwierigen Lichtverhältnissen eine höhere ISO nutzen, um die gewünschte Verschlusszeit oder Blende zu erreichen, ohne dass das Foto unbrauchbar wird.

ISO 10000 vor dem Entrauschen in Lightroom
f/6.3 | 1/2500 sek | ISO 10000 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

ISO 10000 nach dem Entrauschen in Lightroom
f/6.3 | 1/2500 sek | ISO 10000 | 600 mm
Sony a7 IV | Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS
ISO-Automatik sinnvoll nutzen
Viele Kameras bieten eine ISO-Automatik an, was für Einsteigende sehr praktisch sein kann. Dabei stellt die Kamera die ISO automatisch so ein, dass das Bild hell genug wird, ohne dass du ständig daran denken musst. Gerade wenn du dich auf das Motiv konzentrieren willst, ist das eine grosse Hilfe. Trotzdem lohnt es sich, die ISO-Automatik ein wenig zu kontrollieren, zum Beispiel indem du eine maximale ISO-Grenze einstellst. So verhinderst du, dass die Kamera zu hohe Werte wählt und das Bild unnötig verrauscht. Am besten probierst du einfach aus, wie sich die Automatik in verschiedenen Situationen verhält und findest heraus, wann du lieber manuell eingreifen möchtest. [3]


ISO-Automatik lohnt sich, wenn sich die Lichtbedingungen in kurzer Zeit ändern – wie hier bei einem Steinbock, der sich zuerst im Schatten befand (links) und kurz darauf in voller Sonne stand (rechts).
Weiterführende Ressourcen
Apalapse. (2017b, June 4). Camera Basics – ISO [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=q8cj9Lj9w-g
Quellen
- Was ist ISO in der Fotografie? (2025, May 29). https://www.nikon.ch/de_CH/learn-and-explore/magazine/tips–tricks/what-is-iso
- Haffert, M. (2024, August 23). Bildrauschen entfernen – keine Angst vor hohen ISO. FOTONOMADEN.COM. https://www.fotonomaden.com/tippstricks/bildbearbeitung/bildrauschen-entfernen/
- Zangl, C. (2024, June 9). ISO-Automatik. Digitipps Fotografie. https://www.digitipps.ch/fototechnik/iso-automatik/


