Von tausend Bildern zum Favoriten

Nach einer Fototour in der Natur komme ich oft mit mehreren tausend Bildern nach Hause. In der Wildtierfotografie passiert das schnell, weil man den einen besonderen Moment festhalten möchte, der oft nur einen winzigen Augenblick dauert. Genau deshalb sammelt sich viel Material an, das später gesichtet werden muss. Wenn man dabei kein klares System hat, verliert man schnell Stunden oder sogar Tage, weil man jedes Bild einzeln anschaut und sich nicht entscheiden kann. Ich habe mir deshalb einen Ablauf geschaffen, mit dem ich meine Bilder in Lightroom schnell aussortiere, benenne und archiviere, damit ich mich auf die besten Aufnahmen konzentrieren kann.

Ordnerstruktur mit Datum_Ort (Screenshot)

Sobald ich zu Hause bin, importiere ich alle Bilder direkt auf meine externe Festplatte. Dort lege ich für jede Fototour einen eigenen Ordner an. Zusätzlich erstelle ich ein weiteres Backup, damit die Aufnahmen doppelt gesichert sind. Den Ordner benenne ich mit dem Datum und dem Ort der Aufnahme. Das ist vor allem in der Wildtierfotografie praktisch, weil ich so später leicht nachvollziehen kann, wann und wo ein Bild entstanden ist. Manchmal hilft das sogar bei der Frage, ob sich Tiere zu einer ähnlichen Jahreszeit am selben Ort wiederfinden lassen.

Metadatenansicht mit GPS-Koordinaten in Lightroom (Screenshot)

Wer eine Kamera mit GPS-Funktion hat, kann diese Daten direkt in den Metadaten speichern und braucht dieses Ordnersystem nicht unbedingt. In Lightroom kann man dann über die GPS-Daten gezielt nach Bildern suchen und sie stattdessen thematisch in Sammlungen, zum Beispiel nach Tierart, sortieren.

Als nächsten Schritt lade ich die Bilder in Lightroom als Vorschau hoch. Anschliessend beginne ich mit dem eigentlichen Sichten der Bilder. In einem ersten Durchgang vergebe ich jedem Bild eine Sternebewertung. Die folgende Liste zeigt, nach welchen Kriterien ich die jeweilige Bewertung vergebe.

löschen, zum Beispiel bei unscharfen oder doppelten Bildern

noch unsicher

Qualität in Ordnung, bleibt eher nur als Erinnerung ohne Bearbeitung

gute Qualität, wird sicher bearbeitet, eignet sich für Social Media

selten vergeben, besonders gelungene Bilder für Prints, Kalender oder Wettbewerbe

Gitteransicht mit RAW-Fotos und unterschiedlichen Sternebewertungen (Screenshot)

Im ersten Durchgang entscheide ich schnell, welche Bilder ich behalte und welche nicht. Wenn ich zwischen drei und vier Sternen schwanke, vergebe ich meist die niedrigere Bewertung, weil mir das Zögern zeigt, dass mich das Bild nicht ganz überzeugt. Danach lösche ich alle Fotos mit einem Stern.
Im zweiten Durchgang überprüfe ich unsichere Zwei-Sterne-Bilder oder überdenke meine bisherigen Bewertungen. Besonders die höher bewerteten Fotos beurteile ich nochmals auf Qualität und Originalität. Bilder, die mir dabei überflüssig erscheinen, erhalten einen Stern und werden anschliessend gelöscht.
Sind alle Bewertungen festgelegt, bearbeite ich die Fotos mit vier oder fünf Sternen. Drei-Sterne-Bilder bearbeite ich selten. Sie dienen meist nur als schöne Erinnerungen.

Gitteransicht mit JPEG-Fotos, gefiltert nach Vier-Sterne-Bewertung (Screenshot)

In Lightroom filtere ich gezielt nach Vier- und Fünf-Sterne-Bildern, um mich vollständig auf die Bearbeitung zu konzentrieren, ohne zwischen hunderten Aufnahmen suchen zu müssen.
Mein Bewertungssystem ist nur ein Beispiel. Wichtig ist, ein eigenes System zu finden, das hilft, Fotos schnell und effektiv auszusortieren. So bleibt der Fokus auf den besten Aufnahmen, und ich habe mehr Zeit für das, was mir am meisten Freude macht, nämlich draussen in der Natur Wildtiere zu beobachten.

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